Back on the road

7 04 2011

So, liebe Leser, als allererstes ist wohl eine Entschuldigung fällig. Hab ich es doch tatsächlich nicht fertig gebracht, die letzten zwei Wochen meiner letztjährigen Reise hier zu beschreiben. Dies nun nachzuholen hat wohl keinen Sinn mehr, aber Istanbul war schoen, Thessaloniki weniger, Skopje war sehr schoen und Budva hat sich seit meinem letzten Besuch anno 2007 kein bisschen verändert, genauso wie Split. Ja, das wärs in etwa.

Nachdem ich nun ganze sieben Monate zuhause der alltäglichen Pflicht nachging, war es nun wirklich wieder an der Zeit aufzubrechen. Wie bereits im selben Monat des letzten Jahres hiess es „ab nach Suedamerika“. Lange hab ich mir ueberlegt, welche Route ich zusammenstellen soll, was man noch sehen muss (ganz vieles) und welche dieser Ziele bereits 2011 in Angriff genommen werden sollten – der Rest folgt dann die nächsten Jahre.

Die Wahl fiel schliesslich auf Kolumbien und Ecuador. In diesen Ländern werde ich 13 Tage verbringen, bevor ich mich ins Land des stimmungsvollen Fussballs und der grossen Steaks aufmache, wo ich mich mit Mäli treffe und mit ihm weitere 11 Tage planlos im Zeugs umherirren werde.

Bereits fruehmorgens ging es am Samstag los. Der Zug zum Flughafen verliess Luzern bereits um 4.55 Uhr, welch Glueck wenn man in der Stadt wohnt und sogar zu dieser Zeit Anschluss mit den oeffentlichen Verkehrsmitteln hat. Mit dem 4.45-Bus ging es zum Bahnhof, Zug und Flug wurden problemlos erreicht und schlappe 17 Stunden später landete ich in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens.

Da meine Zeit in den beiden Ländern wie oben beschrieben arg begrenzt ist, war fuer Bogota nur das absolute Minimum eingeplant. Nach meiner Ankunft am Samstag Nachmittag wollte ich eigentlich noch fuer einen kleinen Bummel in die Altstadt, doch der lange Tag machte sich bemerkbar und fuer mich war schon frueh Schluss. Umso frueher ging die Reise am Sonntag los. Mein Ziel war der Cerro Monserrate. Der Berg liegt ca. 3150 Meter ueber Meer und damit gut 500 Meter oberhalb Bogotas, was bedeutet, dass man einen wunderbaren Ueberblick ueber die 8-Millionen-Stadt geniessen kann. Hinauf geht’s per Zahnradbahn oder Luftseilbahn, wobei ich mich aufgrund der kuerzeren Schlange fuer ersteres entschied. Oben setzte dann der Wow-Effekt ein. Dies war weniger der Kirche zu verdanken, welche sich ebenfalls dort befindet, denn der wirklich sagenhaften Aussicht ueber ein Häusermeer, welches ich in vergleichbarer Art noch nie gesehen habe. Nach diesem imposanten Ereignis ging es mit der Luftseilbahn zurueck. Diese hat von aussen einen wenig sicheren Eindruck gemacht, als ich aber im Innern das Schild „Stans Seilbahn-Steuerungen“ mit einer Telefonnummer, welche offensichtlich nach Nidwalden gehoerte, entdeckte, waren alle Bedenken verfolgen. Ein Gruss hiermit an das Elektroinstallationsgeschaeft Frey in Stans, die Seilbahnsteuerung hat funktioniert. Wieder unten begab ich mich noch auf eine kleine Taxi-Rundfahrt durch die Stadt, bevor ein weiteres Highlight auf mich wartete. Den Bericht dazu gibt’s in Bälde unter der Rubrik Spielberichte.

Der Abend verfloss im ungeheurlichen Sommergewitter und am nächsten Morgen ging es bereits in aller Fruehe weiter zu meinem nächsten Ziel, Cartagena de Indias. Die fuenftgroesste Stadt Kolumbiens liegt an der Karibikkueste und gilt gemeinhin als die mit Abstand schoenste Stadt des Landes, in teils Uebertreibungen (wie ich sie ja gerne verwende) sogar als schoenste Stadt Suedamerikas. Bei schoenstem Wetter und 32 Grad machte ich mich auf zur Stadterkundung und diese Altstadt wurde meinen Erwartungen absolut gerecht. Typisch karibisches Flair mischt sich mit jahrhundertealten Gebäuden in Farben, wie ich sie bisher lediglich in Oranjestad und Willemstad sehen konnte. Die Stadt mit seinen engen Gässchen und riesigen Plätzen ist wohl am ehesten mit Dubrovnik in Farbe zu vergleichen. Wer schon mal dort war, weiss was ich meine.

Auch die Leute, welche die typisch kolumbianischen Berufe (denk ich zumindest) wie Handyverleiher oder Schreibmaschinenschreiber ausueben, sind ganz lustig zu beobachten. Ersteres findet man an jeder Strassenecke. Da Mobiltelefonverträge anscheinend teuer sind, haben viele Kolumbianer kein eigenes Telefon sondern leihen sich eines bei den Typen oder Frauen an der Ecke, welche mit bis zu zehn Telefonen (wohl fuer jeden Anbieter eines), welche sie sich angekettet haben, auf Kundschaft warten. Eine Minute kostet 5-10 Rappen und bei fast jedem dieser Menschen, von denen es Dutzende gibt, ist die ganze Zeit eines der Telefone besetzt. Eine Marktluecke fuer die Schweiz? Wuerde vielleicht sogar besser rentieren als ein afrikanisches Restaurant.*hust* Die Schreibmaschinenschreiber wiederum sitzen an den grossen Plätzen mit ihren uralten Maschinen, und wer zu faul ist, einen Brief von Hand zu schreiben, kann dort seine Vokabeln gegen ein kleines Entgelt diktieren. Dieser Dienst wird meist von älteren Leuten benutzt und ist ebenfalls ein Renner!

Nachdem ich so, und durch den Umstand, dass meine Unterkunft mitten in einer lebhaften Wohngegend, wo von morgens bis abends der Teufel los ist, liegt, einige Eindruecke des echten kolumbianischen Lebens mitnehmen konnte, ging´s am Mittwoch dann ins Karibische Meer hinaus zu den Islas del Rosario. Diese knapp 30 Inseln liegen ein paar Kilometer vor der Kueste Cartagenas und sind teilweise so winzig, dass genau ein Haus Platz hat. Naja, wer hier wohnen will… Ansonsten waren die Inseln ein wenig enttäuschend. Ich setzte nun meine ganze Hoffnung in den Playa Blanca auf der Isla Baru, welcher auf der Rueckfahrt besucht wurde. Dieser Strand war zwar ganz nett, aber wurde dann doch etwas zu hoch angepriesen. Oder ist man einfach nur verwoehnt, wenn man bereits Strände wie die auf Antigua oder Aruba kennt? Duerfte wohl eher der Fall sein, denn betrachtet man die Bilder im Internet, sieht dieser Strand eigentlich wirklich sehr schoen aus. Das Wasser auf jeden Fall hatte wieder diese unbeschreibliche Farbe, wie sie halt nur in der Karibik vorkommen kann. Immerhin.

Nun geniesse ich die letzten Sonnenstrahlen hier in Kolumbien, bevor es fuer mich heute Abend weitergeht nach Quito. Auch dort hab ich das eine oder andere geplant und ich probiere euch auf dem Laufenden zu halten.

Hasta luego (oder so)



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1 Antwort zu “Back on the road”

  • Stecki sagt:

    Aha, der Herr ist auch wieder unterwegs? 🙂 Dachte Du musst jetzt erst mal ein paar Jahre arbeiten? Wie lange diesmal? Oder nur Urlaub?

    Bei mir gehts im Juli definitiv wieder los: 4 Monate Nord-Südamerika, dann 1 Woche heim und 5 Monate Australien und Asien.

    Gruss, Stecki

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