2009 ade – 2010 juhee

31 12 2009

Nach 5 Tagen on the road in Suedwestaustralien sind wir fuer die letzten Stunden des Jahres 2009 wieder in Perth angekommen. Die Reise mit unserem Mietwagen fuehrte uns an ein paar schoene Straende und auch Wanderungen hoch hinaus wurden in Angriff genommen. Nur das Wetter wollte nicht immer recht mitspielen und war es im Norden und Westen von Westaustralien bis zu 45 Grad warm, froren wir fast bei 20-25 Grad. 😉 Da aber am Wochenende bereits wieder 35-40 Grad angesagt sind, haben wir die Sonnencreme noch nicht weggeworfen und freuen uns auf die naechsten 4 Tage hier in Perth, wo wir uns sicher auch das eine oder andere Mal an den Strand legen werden. Cottesloe Beach soll ganz angenehm sein, v.a. am Sonntag…

Da wir in 6 Stunden bereits den Jahreswechsel feiern (7 Stunden vor der Schweiz), gehen wir jetzt mal schauen, was James Boag uns zum Abschluss des alten Jahres bereit haelt. Allen (mit Ausnahme des Loppers) einen guten Rutsch ins 2010.



Weihnachten im Sommer

27 12 2009

Nachdem wir in Manly ein sensationelles selbstgemachtes Heiligabend-Mahl genossen (Bilder folgen hoffentlich bald), hiess es fuer Paeddy und mich am 25. Dezember bereits wieder Abschied nehmen von Sydney. Es folgte ein fuenfstuendiger Flug quer durchs ganze Land bis nach Perth, wo wir Kiwi-Jo, welcher direkt aus Zuerich eingeflogen kam, gebuehrend empfangen haben. Gestern war ein bisschen schlendern in den Strassen Perths angesagt, wo man genuesslich das Treiben in den Stores (26. Dezember – DER grosse Jahresendausverkauf) beobachten konnte – und das ganze bei 35 Grad. Nach zwei Naechten hier in Perth mieten wir uns nun zu dritt ein Auto, um ein bisschen der Kueste entlang zu fahren. Da fuer heute und morgen Temperaturen von 38 -40 Grad vorausgesagt werden, hoffen wir doch den einen oder anderen schoenen Strand zu finden fuer eine gelegentliche Abkuehlung. Puenktlich zu Silvester werden dir dann wieder fuer einige Naechte nach Perth zurueckkehren, um das Jahr 2010 ja nicht zu verpassen.



Weihnachtsgeschenk

23 12 2009

Nach knapp 2 Wochen bin ich nun wieder nach Australien zurückgekehrt, wo ich die nächsten Tage bei Päddys Gastfamilie in Manly (Sydney) verbringen werde. Danach gehts weiter nach Perth an der Westküste, wo wir mit Kiwi-Jo ein weiteres Mitglied unserer Reisegruppe begrüssen dürfen.

Als kleines Weihnachtsgeschenk gibt’s endlich paar Fotos von den Fidschi-Inseln, von Tuvalu und von Vanuatu, damit ihr auch was zu tun habt, währenddem wir uns im Pool eine Abkühlung gönnen. In diesem Sinne wünsche ich allen schöne Weihnachten.



Éfaté

21 12 2009

Genau diesen klangvollen Namen besitzt die Insel, auf welcher ich mich seit Samstag befinde. Éfaté ist die Hauptinsel des Inselstaats Vanuatu. Dieser befindet sich zwischen den Fidschi-Inseln und Australien und besteht aus 83 Inseln auf welchen insgesamt ca. 200’000 Einwohner leben. Auch Vanuatu ist ein sogenanntes Viert-Welt-Land (die Analphabetismus-Rate beträgt fast 30%!), doch im Gegensatz zu Tuvalu ist hier, zumindest in der Hauptstadt Port Vila, Tourismus kein Fremdwort. Gemäss einer Studie britischer Forscher leben in Vanuatu ausserdem die glücklichsten Menschen weltweit; was erwartet man anderes von einer Nation,  deren Nationalhymne den Titel „Yumi, yumi, yumi“ trägt? Zudem hält Vanuatu den absoluten Rekord an Sprachvielfältigkeit. Die 200’000 Bewohner vereinen tatsächlich über 100 Sprachen auf sich. Also 1 Sprache pro knapp 2000 Bewohner. Absoluter Weltrekord.

Gestern Sonntag, einer dieser Tage, an denen ich bereits um 6 Uhr wieder hellwach war, entschloss ich mich dazu, die Insel in einem Mietauto zu umrunden. Éfaté ist in etwa doppelt so gross wie der Kanton Obwalden und die einzige Strasse, welche es ausserhalb der Hauptstadt Port Vila, wo ca. 80-90% der Bewohner Éfatés (45’000) leben,  gibt, führt in ca. 140 Kilometern rund um die Insel. Da ich alleine unterwegs war, wollte ich mir den kleinstmöglichen Wagen mieten, aber man machte mir klar, dass das Umrunden der Insel nur mit einem Jeep möglich sei. So bekam ich ein ziemliches Monster, aber da die Franzosen während der Französisch-Britischen Kolonialzeit den Ton auf den damaligen „Neuen Hebriden“ angaben, hat sich immerhin der Rechtsverkehr durchgesetzt (und die Französische Küche – yumi, yumi, yumi). So war kein Linksschalten nötig und ich sollte keine Probleme haben.

Kaum bei der Ausfahrt begannen die Probleme jedoch trotzdem. Als ich gleich nach dem Anfahren, in einer extremen Steigung, vom 1. in den 2. Gang schalten wollte, hatte ich bereits den Schaltknüppel in meiner Hand und anstatt den 2. Gang hatte ich den Leerlauf drin. Naja. Was die von der Vermietung sich wohl dabei gedacht haben, als sie sahen, wie ich davonfuhr? Auf jeden Fall tuckerte ich eine Weile im 1. Gang dahin, währenddem ich den Schaltknüppel wieder am richtigen Ort festmachte und der 2. Gang konnte während des ganzen Tages nie eingelegt werden. Nachdem ich erstmals den 3. Gang drin hatte, sollte dies das letzte Mal sein, dass ich die Gangschaltung betätigt habe. Der Schaltknüppel wurde beiseite gelegt und fortan wurde im 3. Gang gefahren. Immer. Auch beim Anfahren. Jawoll. 3. Gang war meiner. Dies war ziemlich lustig, insofern dass es ein paar Mal extreme Steigungen gab und ich unten auf Hochtouren beschleunigen musste, damit ich oben auf der Spitze noch genug Saft hatte. Viel zu sehen gab es ausserhalb der Hauptstadt nicht, das Abenteuer begann nach den ersten 60 Kilometern, auf denen die Strasse noch asphaltiert war (damit wurde erst dieses Jahr begonnen, wie ich später erfuhr). Nachher war fertig lustig. Ich fuhr auf der schlimmsten Strasse, welche ich je befahren hatte. Das Ziel bestand nicht darin, den Schlaglöchern auszuweichen, sondern lediglich darin, das kleinste aller Löcher zu treffen. Fortan bewegte ich mich mit einer Geschwindigkeit von 5-20 km/h (no Joke) fort und während ich die ersten 60 km in einer Stunde geschafft hatte, benötigte ich für die nächsten 40 km ca. 2 1/2 Stunden. Jetzt wusste ich wenigstens, für was ich diesen Jeep brauchte. Alsdann wurde es leicht besser und ich dankte dafür, war das Gerüttel doch nicht sehr angenehm. Mein Monsterjeep überstand das Ganze unbeschadet. Zu sehen gab es wie gesagt nicht viel, ausser ein paar lebensgefährlichen Strassenpassagen, so steil wie es sie in der Schweiz wohl nirgends gibt, und ein paar kleinen Dörfern. Und immer wieder Leute, die einem freundlichst zuwinkten, wenn man gerade vorbeiholperte. Die glücklichsten Menschen der Welt eben. Die 140 Kilometer hatte ich ziemlich schnell hinter mir, oftmals ausgestiegen bin ich dabei nicht, man muss aber auch sagen, dass es geregnet hat.

Heute war dann Shopping angesagt, paar Souvenirs und so. Dies artete soweit aus, dass ich morgen nicht mit 1 Rucksack und 1 Laptoptasche nach Australien reisen werde, sondern mit 2 Rucksäcken und 1 Laptoptasche. Ey, das Zeugs war wirklich günstig.

So wusste ich meine Tage in Vanuatu wenigstens sinnvoll zu nutzen. Morgen fliege ich nach Sydney, wo ich Päddy wieder treffen werde. Ich denke damit dürfte der kulturelle Teil meiner ersten Reise vorbei sein. Ok, wenn im Zoo eingesperrte Tiere als Kultur zählen, revidiere ich meine Aussage.



Fidschi-Inseln

17 12 2009

Fazit, frei nach meinem Schoenheits-Idol Peach Weber: sun, fun and nothing to do.

Anmerkungen:

a) Der Strom ist heute, am 5. Tag (!), zurueckgekehrt.

b) Waere ich in Victoria gewesen, haette wennschon das Bitter geschmeckt. Minuspunkt there.



An inconvenient truth

16 12 2009

Es muss ca. 2 Jahre oder ein bisschen mehr her sein, seit ich diesen Film (zu deutsch: Eine unbequeme Wahrheit) von Fast-US-Praesident Al Gore ueber die globale Erwaermung  geschaut habe. Ich habe mir meine Gedanken ueber die dargelegten Fakten gemacht, genau so wie ich mir Gedanken darueber gemacht habe wie schoen doch Al Gores Villa sein wuerde, deren mehr als 20 Zimmer, der wunderschoene Pool mit beheiztem Poolhaus und dass der Herr dafuer jaehrlich 20 Mal so viel Strom braucht wie ein durchschnittlicher Amerikaner. Wie gesagt, ich habe mir Gedanken gemacht.

Waehrend meiner vier Tage in Tuvalu, habe ich mich ploetzlich wieder an den Titel dieses Films erinnert. Auch hier musste ich einer unbequemen Wahrheit ins Auge sehen. An meinem dritten Tag wollte ich per Mountain-Bike die Hauptinsel Fongafale, auf der ca. 40-50% der Einwohner Tuvalus leben und welche nur ca. 8 km lang ist, erkunden. An der Rezeption beschied man mir, dass es sehr schwer sei in Tuvalu ein Fahrrad zu finden, aber man koenne mir ein Motorbike besorgen, sofern ich in der Lage sei, sowas zu fahren. Ich bejahte natuerlich, obwohl ich weder jemals Toeffli geschweige denn Roller gefahren bin (jawoll, Philipp blieb bis zum Erwerb des Fuehrerscheins eifriger Velofahrer, darum ist er auch heute noch so verdammt gut in Form) und hoffte insgeheim, dass jetzt niemand mit irgend einer 250ccm-Maschine auftauchen wuerde. Ca. 90 Minuten spaeter drueckte man mir die Schluessel in die Hand und vor mir stand ein Roller, wie ihn in der Schweiz bereits 16jaehrige fahren koennen (glaube ich zumindest, obwohl der Tacho bis 120 anzeigte, ich kenne mich da nicht so aus…), also kein Problem fuer mich. Ich versteckte mich hinter dem Haus, um herauszufinden wie man das Ding starten konnte und das klappte auch ziemlich bald und ich machte mich – mit hoechstens 30 km/h zu Beginn, denn Helm traegt hier keiner, nicht mal die Polizei, welche mit Motorraedern unterwegs ist – auf, die Insel zu erkunden.

In diesen paar Stunden sah ich eben die unbequeme Wahrheit, dass Tuvalu ein sehr, sehr armes Land ist. Nicht, dass ich das nicht gewusst haette, denn natuerlich habe ich  mich auf das vorbereitet, aber dennoch uebertraf es das, was ich erwartet hatte, um ein Vielfaches. Tuvalu gilt als eines von 49 LDC (Least Developed Countries) weltweit, was umgangssprachlich den sogenannten „Viert-Welt-Laendern“ entspricht. Fuer Westeuropaer wohl nur sehr, sehr schwer vorstellbar, wenn man diese „Haeuser“, welche teilweise seitlich ungeschuetzt gegen Wind und Wetter sind, nicht selbst gesehen hat. Ausserdem versinkt Tuvalu im Dreck, da immer mehr Sachen importiert werden, welche viel Abfall generieren, welcher schlichtwegs nirgends entsorgt werden kann. Alte Autos rosten am Wegesrand dahin und die Hauptstrasse (Tuvalu besitzt ca. 8 km asphaltierte Strasse) wird einfach vom noerdlichen Ende her mit Abfall zugeschuettet, da hoch im Norden niemand wohnt.  Ich sah diese Armut, aber dennoch waren praktisch alle Leute, denen ich begegnete, am Strahlen. Denn die Tuvaluaner sind vielleicht arm, wenn man materielle Gueter als Massstab nimmt, doch sind sie sehr reich an Lebensfreude und Stolz.

Dies wird wohl so bleiben, solange es Tuvalu noch gibt. Und dies ist der eigentliche Link zu Al Gores Film. Denn Tuvalu droht zu versinken. Der hoechste Punkt des Landes liegt 5 Meter ueber Meer, der Durchschnitt des Landes 3 Meter. Bei der aktuellen Erhoehung des Meeresspiegels gehen Schaetzungen davon aus, dass Tuvalu zwischen 2040 und 2050 unbewohnbar wird und ca. 20 Jahre spaeter ganz versunken sein wird. Doch sprechen mag hier niemand davon, denn aendern koennen sie selbst das sowieso nicht. Da haben sie wohl recht.

Was ich in den vier Tagen erlebt habe, ist schwierig zusammenzufassen. Am Meisten zu schaffen machte mir schlussendlich wohl die Freundlichkeit aller. Ich war tatsaechlich der einzige Gast im Hotel und wohl einer der einzigen Touristen seit langem. Jeder war ueberfreundlich und alle waren um mich besorgt. Natuerlich war dies freundlich gemeint, doch manchmal fast zu viel. Im Hotel  z.B. wurde ein Fruehstuecksbuffett mit frisch gemachten Omeletten (ca. 20 Stueck), selbst gemachtem Kuchen, Poulet und Fisch nur fuer mich hergerichtet (haette ich denn alles essen sollen?) und 4 Angestellte kuemmerten sich waehrend des ganzen Morgenessens um mich. Wie gesagt, manchmal fast zu viel, aber dennoch probierte ich natuerlich so viel wie moeglich zurueckzugeben. Auf jeden Fall habe ich freundliche Leute, eine wunderschoene Insel mit einer unglaublichen Lagune, welche die Farbe je nach Tageszeit aendert und ganz viel Armut am selben Ort innert kuerzester Zeit erlebt und dieses Erlebte werde ich wohl nicht so schnell vergessen. Fotos habe ich auch gemacht, sobald ich mal die Moeglichkeit zum Hochladen habe, werde ich das natuerlich tun.

Gestern Dienstag hiess es dann auschecken und als ich dies tun wollte, wurde mir mitgeteilt, dass mein Flug nach Suva auf den Fidschi-Inseln gecancelt sei, wegen einem dort herrschenden Zyklon. Man wisse nicht, wann der naechste Flug gehe, denn normalerweise wird Tuvalu nur 2mal woechentlich angeflogen. Dies stellte mich vor ein logistisches Problem, denn einerseits hatte ich einen Anschlussflug in Suva nach Nadi, ebenfalls Fidschi, und andererseits hatte ich schlichtweg zu wenig Geld, um weiter auf Tuvalu zu bleiben. Denn man wisse, in ganz Tuvalu gibt es keinen einzigen Bancomaten, also alles Geld, dass man braucht muss man mitnehmen. Nur Bares ist Wahres, Kreditkarte ein Fremdwort.

So war ich ein paar Stunden nervoes, doch schlussendlich startete mein Flieger, wenn auch mit massiver Verspaetung. Die „positive“ Nachricht dann waehrend des Fluges. Der Flughafen Suva war ueberflutet und geschlossen, wir wurden nach Nadi umgeleitet. Somit war wenigstens dieses Problem geloest. Ich sollte dann eigentlich weiter an die Coral Coast, zwei Busstunden von Nadi entfernt, doch da alle Busse bereits weg waren, bin ich jetzt halt die naechsten Tage wieder in Nadi, wie bereits vor meinem Tuvalu-Aufenthalt.

Der Zyklon ist inzwischen vorueber, nur ist heute bereits der dritte Tag ohne Strom im Resort und es sieht nicht danach aus, als ob die das so schnell in den Griff kriegen wuerden. Tja, that’s Fiji-Time. Wuerde doch nur die Klimaanlage funktionieren…



Talofa

12 12 2009

 – das bedeutet soviel wie „Hallo“ in der Inselsprache, die hierzulande gesprochen wird. Hierzulande? Damit sind nicht die Fidschi-Inseln gemeint, welche ich heute bereits wieder verlassen habe, nachdem ich den gestrigen Tag auf der wunderschoenen unbewohnten Suedsee-Insel Beachcomber Island verbracht habe. Fotos kann ich leider momentan nicht hochladen, doch Mr. Google is your friend. Jetzt bin ich bereits in … Naja, mal von vorne.

Als ich mit der Planung fuer den ersten Teil meiner Reise begann, wusste ich ziemlich bald, dass ich knapp 3 Wochen alleine zur Verfuegung haben werde. Ich hatte verschiedene Moeglichkeiten, diese Zeit zu nutzen, wobei bald einmal ein Ziel fuer mich ganz prioritaer wurde und fuer mich heisst es nun „finally there“. Ich bin nach insgesamt knapp 27 Stunden Flugzeit und Aufenthalten in der Republik Korea, Australien und auf den Fidschi-Inseln HIER angekommen, am Ort wo ich, seit ich die Atlanten von klein auf unsicher machte, immer hin wollte, der aber so unerreichbar schien. Talofa from Tuvalu!

Tuvalu – ein eigener und unabhaengiger Staat, den wohl aber trotzdem die wenigsten kennen. Kein Wunder, liegt ja nicht eben um die Ecke und mit einer Landflaeche halb so gross (alle 9 Inseln und Atolle, die zu diesem Staat gehoeren zusammengerechnet) wie diejenige meines Wohnortes Alpnach, auch nicht gerade auf den ersten Blick zu finden auf der Weltkarte. Ganz Tuvalu zaehlt ca. 10’000 Einwohner und der Ort Vaiaku, in dem ich mich befinde, hat ca. 500 Einwohner. In diesem Ort ist der „Flughafen“,  der Regierungssitz und auch das einzige Hotel im ganzen Land, in welchem ich eines der 16 Zimmer ergattern konnte und womoeglich der einzige Gast bin. Denn der Tourismus ist hier praktisch inexistent. Die letzte Touristenerhebung wurde 2007 gemacht, aus Europa wurden ca. 90 Touristen gezaehlt – auf’s ganze Jahr verteilt wohlgemerkt. Damit ist Tuvalu der Staat mit den wenigsten Touristen weltweit und genau darum ist hier alles noch so original.

Was soll ich sagen, ich bin in einer absolut anderen Welt gelandet, das merkt man von der Landung am Flughafen, als mindestens hundert Leute auf das ankommende Flugzeug warteten, um eben mal hallo zu sagen, bis hin zu der atemberaubenden Aussicht vom Hotelzimmer. Einfach traumhaft. Und dieser Traum wird nicht mal vom Mobiltelefon gestoert, welches hier mal wieder nicht funktioniert. Einzig ein Internet-Cafe hab ich gefunden, welches mir Schutz vor dem draussen tobenden Tropengewitter bietet. Dass die Dame vis-a-vis von mir nun schon zum ca. 12. Mal dasselbe Lied in vollster Lautstaerke hoert, was solls? Hier ist alles ein bisschen anders, wirklich anders.

Wer sich interessiert, wo ich bin, soll sich mal Google Earth reinziehen, man muss zwar gut hinschauen, aber das Paradies kann ja nicht immer gleich sichtbar sein.

Ich werde nicht lange hier sein, bereits im naechsten Flugzeug geht es wieder zurueck auf die Fidschi-Inseln. Das ist in vier Tagen. Aber vier Tage sollten genug sein, denn Tuvalu ist nicht so gross 🙂

Leider kann ich mit dieser Verbindung hier keine Fotos hochladen, weder die von den Fidschi noch welche von Tuvalu. Aber das wird irgendwann nachgeholt. Inzwischen laeuft das Lied uebrigens zum ca. 20. Mal – langsam gefaellts mir.

Jetzt bin ich draussen wie Tchouga beim FCL – ich muss mal mein ganz persoenliches Paradies erkunden.

Ach ja, das muss noch gesagt sein. Die, welche ab und zu mal im Internet surfen, duerften auch schon des oefteren Mal auf einer tuvaluanischen Website gewesen sein. Die Domain „.tv“ (wie sie zum Beispiel das Schweizer Fernsehen benutzt) steht naemlich nicht etwa fuer „television“, nein, sondern ist eine ganz normale Laenderdomain, die von Tuvalu. Ein bisschen Allgemeinwissen schadet nie.  😉



G’day und Goodbye Australia

10 12 2009

Nachdem es in Seoul am Dienstag heftigst zu schneien begann, hiess es fuer mich: „Schnee? Ich bin dann mal weg…“ Part 2 und ich machte mich auf Richtung Sydney. Die Winterjacke hat fuer die naechste Zeit definitiv ausgedient.

Nach einem Tag Aufenthalt und einem Wiedersehen mit meinem spaeteren Reisepartner Paeddy, geht es fuer mich in 2 Stunden bereits weiter Richtung Fidschi (wer hat eigentlich diese dumme Schreibweise erfunden?!?)-Inseln. Doch auch dort werde ich nur ca. 36 Stunden bleiben…



Seoul

7 12 2009
Städte sind so eine Sache. Es gibt Leute, die meiden Städte beim Reisen wo’s nur geht, weil für sie jede Stadt irgendwie dasselbe bietet. Und dann gibt es noch die Stadtfanatiker, welche Städte als das Aufregendste überhaupt bezeichnen. Ich tendiere eher zur zweiten Gruppe. Insofern ist Seoul („The Soul of Asia“ => sehr ideenreicher Slogan, da hättet ihr gleich „You’re my heart, you’re my Seoul“ nehmen können…) für mich ein gutes Stopover-Ziel.
 
Seoul hat ca. 11 Millionen Einwohner, d.h. 1 1/2 Mal so viel wie die ganze Schweiz. Nimmt man die (hier allerdings grosszügig definierte) Metropolregion als Massstab ist Seoul/Sugowon mit ca. 25 Mio Einwohnern (=50% aller Südkoreaner) nach Tokyo-Yokohama und Mexiko-Stadt die drittgrösste Metropole der Welt.
 
Wenn man sich nicht zu schade ist, ein paar Kilometer zu Fuss zu gehen und man einigermassen Karten lesen kann (Gruss an Schär), lässt sich Downtown Seoul gut auf eigene Faust erkunden. Die meisten Sachen sind auch in einer für Westeuropäer verständlichen Schrift ausgeschildert und wenn man was mal nicht findet, sind die überaus höflichen Koreaner stets zur Stelle, um zu helfen. Meine Erkundungstour fand leider an einem Montag statt, dem Tag an dem viele Paläste und Museen geschlossen sind. Umso mehr Zeit konnte ich damit verbringen, das geschäftige Treiben am Myeong-dong-Markt zu beobachten. Interessant. Im Allgemeinen gefiel mir der Mix aus modernen Hoch-/Geschäftshäusern und altertümlichen Gässchen und Palästen sehr.
 
Nun musste ich auch endlich die koreanische Küche kennenlernen. Denn wie sagt doch ein chinesisches Sprichwort: „Niemand kann eine fremde Kultur verstehen, ohne ihre Speisen und Getränke gekostet zu haben.“
 
Gegessen wird hier tagsüber nebenbei an den Hunderten von Strassensnackständen. Aus all den interessanten Dingen, von denen ich keine Ahnung hatte, was es genau war, entschied ich mich für „Spiessli“, welche es für 40 Rappen das Stück gab. Diese Spiessli werden direkt aus dem kochend heissen Wasser gezogen, mit einem Behälter, welcher der Coiffeur normalerweise zum Haare feucht machen benützt (jaja, weiss ich nicht aus eigener Erfahrung, ist ja gut), abgesprüht und dann vom Spiess gegessen. Schlecht war es nicht, einzig der Geschmack im Mund hielt meines Erachtens ein bisschen gar lange an. Später fand ich heraus, dass ich Eomuk gegessen hatte. Ein irgendwas aus Fisch, bespritzt mit Sojasauce. Koreanisch halt.
 
Zum Abendessen ging es in ein koreanisches Lokal, ich bestellte mir „Marinated Chicken Galbi with Rice“, da konnte nicht viel schief gehen. Dann wurde es interessant. In Korea essen alle Leute am Tisch gemeinsam aus einer grossen Schüssel/Pfanne. Im Restaurant wird das Essen direkt vor den Augen der Gäste in dieser Pfanne zubereitet. Man kann sich also ein Gericht auswählen und es wird die Menge entsprechend den Personen am Tisch zubereitet. So stand da der Koch an meinem Tisch und bereitete mir mein Galbi (whatever) zu. Die Portion war riesig, es war extrem fein und ausserordentlich scharf. Das Vorspeisenbüffet dazu war gratis und durfte beliebig oft beansprucht werden. Für dieses Gericht „musste“ ich an der Kasse umgerechnet ganze vier Franken bezahlen, inkl. Wasser. Ich kenne jemanden, der jetzt noch am Vorspeisenbüffet wäre, um sich am Abend die Seele aus dem Leibe… naja, lassen wir das.
 
 Fazit: Im Gegensatz zu der Abzocke hier im Hotelrestaurant (Bsp.: eine Portion Corn Flakes zum Frühstück umgerechnet 12 Franken, eine Früchteplatte zum Dessert knapp 35 Franken, *****-Style halt), kann man sich in Seoul sehr preiswert und dennoch gut verpflegen. Da die Portion des Guten doch zu viel war, selbst für mich als geübten Rütli-Maxi-Cordonbleu-Esser, liege ich jetzt mit übervollem Magen im Bett und hoffe, dass sich meine Verdauung wieder normalisiert.



No Korean, I Switzerland

6 12 2009

Mitten in eine Hochzeit zu platzen, dieses Vergnügen hatte ich vor knapp vier Jahren in Australien, als ich mir eine hübsche Kappelle von innen ansehen wollte. Dass aber eine Hochzeitsgesellschaft mitten in mein Abendessen platzt, das ist mir noch nie passiert. So geschehen am Abend meines Ankunftstages, als ich im Hotelrestaurant gemütlich meine Suppe schlürfte (endlich mal ein Ort, an dem man die Suppe richtig schlürfen darf – wäre für Junior wohl das Paradies hier). Plötzlich erhebt sich der ganze Saal und die Serviertöchter stehen stramm. Eine Hochzeitsgesellschaft von ca. 10 Leuten (ich tippe auf Braut/Bräutigam/Schwiegereltern/Trauzeugen) betritt den Raum. Ich sitze in meiner Ecke und frage mich, ob ich auch aufstehen soll. Ich lasse es sein. Braut und Bräutigam schreiten dann von Tisch zu Tisch um allen die Hand zu geben. Irgendwie ein lustiges Szenario. Nach ca. 3 Minuten ist alles vorbei und die Leute setzen sich und essen weiter. Hochzeit Korea-Style.

Am nächsten Morgen war bereits um 4 Uhr Tagwache. Jetlag. An schlafen war nicht mehr zu denken, ich war hellwach. Zum Glück habe ich einen Fernseher mit 42 Kanälen, wird wohl was gescheites laufen. Kanal 32. Korean Sports. Juventus Turin – Inter Mailand live. Ich schaue die ganzen 90 Minuten dieses Spiels und bekomme Lust auf Fussball. Ich weiss, dass das Finale der Koreanischen Fussballmeisterschaft genau heute Nachmittag um 2 angepfiffen wird. Ich weiss aber auch, dass dieses Spektakel ca. 250 km südlich von Seoul stattfinden wird, in Jeonju. Den ganzen Tag für Fussball opfern? Bin ich verrückt? Herz gegen Verstand. Verstand verliert, um 4tel vor 8 mache ich mich auf Richtung Seoul Station um den Zug um 8.25 zu erwischen. Kurze Zeit später sitze ich auf dem mir zugewiesenen Platz.  An der nächsten Station sitzt eine ältere Koreanerin neben mich. Kaum fährt der Zug, fängt sie an, mich mit Fragen zu löchern. Zumindest tönt es wie wenn es Fragen wären. No idea. Nach ein paar Minuten sage ich ihr höflich, dass ich sehr sorry sei „but I don’t understand Korean“. Sie lächelt, um kurz darauf loszulegen, wie es Beni Thurnherr in seinen besten Zeiten nicht fertig gebracht hätte. Als sie mich sehr fragend anschaut (was hat sie wohl gefragt?), wusste ich mir nur noch mit einem entschiedenen „No Korean, I Switzerland“ (mein Gott, wo hat der Typ Englisch gelernt?) zu helfen. Ein weiteres Lächeln, doch die Plauderei hörte nicht auf. Fortan nickte ich alle 30 Sekunden mit einem höflichen Lächeln und innerlich hoffte ich, dass die Frau mir nichts tragisches erzählt. Irgendwann schlief sie ein und ich konnte die Zugfahrt geniessen. Unglaublich, was man da alles sehen kann. 1 1/2 Stunden vor Anpfiff war ich am Zielort und ich erwartete eigentlich auch andere Fussballfans, doch dergleichen war nix zu sehen. Auf zum Taxi (sensationell, dass man dieses Wort auf der ganzen Welt gebrauchen kann). Der Taxifahrer scheint von einem Fussballstadion nix zu wissen. Englisch kein Thema. Meine Pantomimen-Künste überzeugen ihn nicht, und er macht Bewegungen als wolle er mich in ein Bowling- oder Boccia-Stadion fahren. Nee, Fussball. Kennt er nicht. Ein anderer Taxifahrer erklärt ihm den Weg und aufgrund seines Gesichtsaudruckes erkenne ich, dass er soeben an einen Ort fahren wird, den er bisher nicht kannte. Nach dem Spiel (Details siehe Spielbericht unter Rubrik Fussball) ging es nicht minder abenteuerlich zurück Richtung Bahnhof und diesen erreichte ich auch nur, da ich mir im Hotel die Mühe gemacht hatte, die relevanten Bahnhofsnamen in Koreanisch auf einen Zettel zu schreiben. Die Rückfahrt verschlief ich grösstenteils und aus diesem Grunde liege ich nun wieder wach und im TV läuft Kanal 24, ESPN Korea, Serie A live. Nein, morgen ist wirklich Sightseeing angesagt.