Heiteres Rätselraten
5 07 2010Wie ich nachträglich festgestellt habe, sind während meiner letzten Abwesenheit etliche Diskussionen entbrannt, wo ich denn nun in den Ferien sei. Es freut mich natürlich, wenn jetzt bereits über meine Feriendestinationen gerätselt wird. Kanaren? Karibik? Oder ist er tatsächlich noch nach Südafrika gereist?
Eins mal vorneweg: Das Abenteuer „South Africa 2010“ ist ohne mich über die Bühne gegangen. Nichtsdestotrotz habe ich im Juni schöne Ferien verbracht. Für die, die es noch nicht wissen: Ich war in Westindien. Nachdem ich im Mai 2009 die südlichen Karibikinseln Aruba und Curaçao besucht hatte, war dieses Jahr die östliche Karibikinsel Antigua, ein Teil des Inselstaats Antigua und Barbuda, an der Reihe. Gebucht wurde diese Reise ganz spontan und knappe 36 Stunden nach Buchung fuhren wir (Martina und ich) bereits mit meinem Fiat in Richtung Frankfurt, wo unser Flieger nach Antigua starten sollte. Der Abflug war für Montagmittag geplant. Um Stress zu vermeiden, beschlossen wir, bereits am Sonntag nach Frankfurt zu fahren und in der Nähe des Flughafens zu übernachten – ein weiser Entscheid. Kurz nach Karlsruhe, ca. 100 Kilometer vor unserem Ziel, gab mein Fiat, welchen ich in den letzten sechs Jahren doch so liebgewonnen hatte, den Geist auf. Für immer. Er ruhe in Frieden. Nachdem wir abgeschleppt wurden und den nötigen Papierkram erledigt hatten, ging unsere Reise mittels Mietwagen weiter und am späten Abend erreichten wir das Hotel in der Nähe des Flughafens.
Den nächsten Tag hatte ich nicht unbedingt herbeigesehnt. Zum siebten Mal innert dreieinhalb Monaten überflog ich nun den Atlantik und ich befürchtete, dass mir die knapp zehn Stunden Flug wie eine Ewigkeit vorkommen würden. Nix da. Die Zeit verging wie im Fluge (sollte ich den schon einmal gebracht haben, entschuldige ich mich höflichst) und kurz nach Start landeten wir bereits wieder in Antigua.
Die Woche verlief dann so, wie man sich relaxte Strandferien vorstellt. Das Hotel war toll, das WM-Stübli ebenso und der Strand und das Meer waren einfach traumhaft. Die meiste Zeit verbrachte man am Strand, aufgestanden wurde eigentlich nur, um an der Bar zwei weitere „Passion Ladies“ zu bestellen. Tagtäglich der selbe Drink, bis wir am späten Nachmittag jeweils feststellen mussten, dass wir (und ich hatte meist weniger als meine Begleitung) wieder mal den ganzen Vorrat weggetrunken hatten.
Die einzige Ausnahme in unserem Tagesprogramm bildete der Freitag, an welchem wir ein Auto mieteten, um die Insel zu erkunden. Dieses Vorhaben erwies sich als recht schwierig, da man eine antiguanische Fahrerlaubnis braucht, um legal ein Auto lenken zu dürfen. Diese sollte ich zusammen mit meinem Autovermieter beim örtlichen Polizeiposten erwerben – nur dumm, dass die gerade kein Papier vorrätig hatten. Der nächste Polizeiposten befand sich 30 Fahrminuten entfernt, was dem Vermieter zu weit war. Kurzerhand übergab er mir das Auto und seine Telefonnummer mit dem Hinweis, dass ich ihn anrufen könne, sofern ich in eine Polizeikontrolle gerate. Er würde das dann den Polizisten erklären. Mir war es nicht ganz wohl dabei, aber da ich das Auto bereits bezahlt hatte, hatte ich wohl keine grosse Wahl. Im selben Moment kam dem Herrn aber eine andere Idee und er rief einen Kollegen an, welcher solche Ausweise jeweils auf Vorrat bei sich trägt. Glücklicherweise war der in der Nähe und bereit, uns für USD 20 einen Ausweis zu verkaufen.
Die Inselrundfahrt war dann weit weniger spektakulär als erwartet. Wir fuhren zu einigen Stränden und fanden bald mal heraus, dass keiner so schön war, wie der direkt bei unserem Hotel. Die Inselhauptstadt Saint John’s, wo ca. 35’000 der 85’000 Einwohner von Antigua wohnen, war zwar sehr geschäftig, aber ebenso arm an Sehenswürdigkeiten wie der Rest der Insel. Eines der wenigen Highlights war dann der Besuch des Sir Vivian Richards Stadium, dem grössten Cricket-Stadion auf Antigua, welches extra für die Cricket-Weltmeisterschaften 2007 erstellt wurde. Das Stadion, welches für 10’000 Leute Platz bietet (während der WM betrug die Kapazität 20’000), dient auch heute noch für Spiele der Nationalmannschaft Westindiens. Zwar fand an diesem Tag sogar ein Heim-Länderspiel statt, jedoch leider in Basseterre auf der Insel St. Kitts.
Die letzten beiden Tage wurden dann wieder am Strand verbracht. Einfach mal nichts tun ist doch auch schön. Leider war nach einer Woche bereits wieder Schluss mit Ferien und wir traten die Heimreise an. Der Rückflug dauerte nun sogar noch drei Stunden länger als der Hinflug, da wir zuerst die venezolanische „Isla Margarita“ anflogen. Da wir es uns zu zweit (wie bereits beim Hinflug) auf total fünf Sitzen gemütlich machen konnten, war auch der Rückflug ganz angenehm und die sechs Stunden Schlaf am Stück waren für mich wohl persönlicher Rekord. Mit dem Zug ging’s dann von Frankfurt nach Hause. An dieser Stelle noch ein allerletztes „Goodbye“ an meinen Fiat, welcher wohl in den nächsten Tagen irgendwo in Deutschland verschrottet wird.
Die nächsten zwei bis drei Wochen ist vorerst nichts mehr geplant, bevor es dann auf die lang ersehnte Europapokal-Reise mit dem FCL geht. Ob Thessaloniki, Sofia oder Bukarest – sicher kann man hier dann wieder was darüber lesen. Ach ja, auch zwischendurch mal reinschauen kann nicht schaden – vielleicht habe ich ja wieder einen von meinen spontanen Anfällen…
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