Vom Pokerface zum Paparazzo

17 03 2010

Nach der Zwischen-Übernachtung in Barstow ging die Fahrt am nächsten Morgen weiter durch die Mojave-Wüste in Richtung Nevada. Das Ziel hiess natürlich Las Vegas. Im Hotel eingecheckt (Zimmer Nr. 31191, wo gibt’s das sonst?) probierte ich sogleich im Hotelcasino mein Glück. Nach wenigen Minuten explodierte der Kasten vor mir fast und jackpotmässig hatte ich soeben über $200 gewonnen. Aufgrund des Gewinnes konnte ich es mir dann auch leisten, für $60 an einem Pokerturnier teilzunehmen. Überraschenderweise erreichte ich den zweiten Platz unter den 10 Teilnehmern, was mir einen weiteren Gewinn im dreistelligen Bereich einbrachte. Somit verliess ich Las Vegas am nächsten Tag, völlig unerwartet, als Gewinner.

Nach dem lohnenden Abstecher ging es zurück nach Kalifornien. Mein nächstes Ziel war Los Angeles. Das Hotel wurde in Hollywood bezogen, schliesslich wollte man nahe bei den Stars und Sternchen sein (ehrlicher Grund: Die Strassen nach Downtown waren völlig verstopft). Am Abend noch schnell den Walk of Fame gecheckt (nein, nicht die ganzen 5.5 Kilometer), um festzustellen, dass man mindestens 2/3 der Namen nicht kennt. Aber hey, Mickey Mouse und Donald Duck waren mir immerhin ein Begriff.

Am folgenden Tag kam dann mein peinliches Ich zum Vorschein und ich wandelte mich für einen halben Tag zu einem Art Pressefotografen (die machen auch nur ihren Job). Ausgestattet mit einem Adressverzeichnis der Stars, machte ich mich auf  in Richtung Beverly Hills, dem Ort, wo die meisten Promis im Raum Los Angeles ihren Wohnsitz haben. Irgendwie doch noch interessant zu sehen, wie und in welcher Umgebung die Damen und Herren Aguilera, Aniston, Beckham, Cruise, Jackson, John, Lohan, Lopez, Sampras, Stallone, Stone, West (und so weiter) wohnen/gewohnt haben.

Auch Downtown Los Angeles wurde ein Besuch abgestattet, wobei diese Stadt meiner Ansicht nach bei weitem nicht so interessant ist wie San Francisco. So entschied ich mich, für den Rest meines Aufenthaltes in Hollywood zu bleiben, wo es doch einiges gemütlicher war, auch wenn die ganze Umgebung schon sehr touristisch anmutet.

Gestern (Montag) wurde dann an den Stränden rund um L.A. bei Temperaturen von 25 Grad und mehr die Beachsaison eröffnet. So verbrachte ich einige Stunden am Strand in Malibu und war doch ein bisschen enttäuscht, dass die Baywatch-Leute nicht am arbeiten waren. Alles nur Fake. Tss. Aus Trotz ging ich halt nicht baden.

Am Abend ging es dann weiter Richtung San Diego, wo am Mittwoch Morgen mein Flug nach Hause starten wird. Aufgrund einiger Zwischenstopps an verschiedenen Beaches von denen es hier wie Sand am Meer gibt (höhö), kam ich aber nur bis nach Huntington Beach, einem traumhaften Ferienort, ca. 80 Kilometer südlich von Los Angeles. Breite Sandstrände, schöne Wohnlagen. Doch, hier liesse es sich wohl gut leben. Für mich blieb leider nur eine Nacht in der Stadt, die sich selber „Surf City USA“ nennt und oftmals auch als „Surfing Capital of the World“ beschrieben wird. So schade, dass ich mein Brett nicht dabei hatte. So wurde nichts mit Surfen und ich musste mir für meinen letzten Tag eine alternative Beschäftigung suchen. Genau: Wo Surfer sind, sind die Surfshops nicht weit. Es war ein Paradies. Dies führt dazu, dass ich, wieder einmal, mit einem zusätzlichen Gepäckstück heimreisen werde (und das nachdem ich bis zum letzten Tag allen Versuchungen widerstehen konnte – damn!).

Nach dem morgendlichen Shopping-Plausch wurden dann noch die letzten 150 Küstenkilometer bis nach San Diego zurückgelegt, wo ich die letzte Nacht verbringen werde. Morgen früh geht es via Chicago und London nach Zürich. Geplante Ankunft: Donnerstag Nachmittag.

Irgendwie schade, dass ich Kalifornien genau jetzt, wo es so schön sommerlich wird, verlassen muss. Aber es gibt ja noch andere Orte auf der Welt, wo es momentan warm (sagen wir so um die 31 Grad aktuell) ist. Und das im Herbst…



Der Kluge und der Klügere

12 03 2010

Irgendwer hat irgendwo in den Weiten des Internets mal die höchst philosophische Frage gestellt, woran man denn erkenne, ob man selbst klüger sei als jemand anderes. Falls ich mich recht erinnere, hat man sich schlussendlich darauf geeinigt, dass der Term „Klugheit“ eine höchst subjektive Ansicht ist. Finde ich auch. Trotzdem durfte ich am Dienstag wieder mal feststellen, dass ich manchmal eben doch ein bisschen klüger bin als der Durchschnittstourist.

Diesen Dienstag startete ich in einem „Kaff“ namens Oakdale, welches sich selbst die Cowboy-Hauptstadt der Welt nennt, was ich recht amüsant finde. Als ich am Montag Abend allerdings mein Abendessen im dortigen China-Restaurant einnahm, sassen doch tatsächlich Typen in Cowboy-Montur am Tisch, inkl. Cowboyhut. Ob sie die Chäpslipistole dabei hatten weiss ich nicht, aber ich musste mich auch so beherrschen, nicht in Gelächter auszubrechen. Nein, ich getraute mich nicht, Fotos zu machen. Passend dazu hatte ich am selben Morgen Old Sacramento besucht. Dieser Stadtteil der Landeshauptstadt Kaliforniens, welche ausser einem Fluss und dem Regierungssitz nicht allzu viel zu bieten hatte, besteht aus lauter originalen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert und ist die einzige originale „Westernstadt“ dieser Grösse in den ganzen USA. Dort hätten die Cowboys vielleicht hingepasst, aber in ein China-Restaurant? Naja…

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema, meinem klugen Dienstag. Ich machte mich bereits morgens kurz nach 7 auf den Weg in Richtung Yosemite National Park, von dem ich lediglich wusste, dass er einer der grössten, bekanntesten und meistbesuchten Nationalparks der USA ist; sowie, dass er rund 2 Stunden von meinem Ausgangsort Oakdale entfernt liegt. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt näherte ich mich langsam den Bergen, was mich darauf schliessen liess, dass der Nationalpark leicht erhöht liegt. Umso mehr ging ich davon aus, als mir ein Schild weismachen wollte, dass rund 20 Meilen vor dem Nationalpark eine Schneekettenkontrolle stattfinden würde (no joke!), obwohl von Schnee weit und breit nix zu sehen war. Hallo, wir sind in Kalifornien!?! Kurze Zeit später folgten dann auch die Schilder an den unzähligen Tankstellen, dass es hier Schneeketten zu kaufen gäbe („tire chains sold here!“). Genau in diesem Moment machte es „klick“ und mir war klar, dass hier wieder mal ne typische Touristenfalle vorliegt. Ich mochte es, während meines Einkaufs zu beobachten, wie bedepperte Touris überteuerte Schneeketten kauften, weil sie eine Kontrolle erwarteten. Herrlich.

Der Ort, wo dann die Kontrolle stattfinden sollte, wurde natürlich einfach so passiert und die Fahrt durch wunderschöne Landschaft konnte weitergehen. Die Höhenangaben an den Strassenrändern verrieten mir, dass wir die 4000 ft (ca. 1200 m)-Marke erreicht haben und wenig später war die Strasse tatsächlich schneebedeckt. Dies führte dazu, dass ich auf 1500 Metern, kurz vor dem Eingang des Parkes, eine Pause einlegen musste, um abzuchecken, ob eine Weiterfahrt überhaupt möglich ist. Da ich nun bereits mehr als 2 Stunden gefahren und die Einfahrt zum Park nur noch ca. 5 Minuten entfernt war, stellte sich diese Frage nur kurz, wozu gibt es schliesslich Winterreifen.

Wenig später war ich auch schon beim Eingang und bezahlte der netten Dame am Eingang die 30$ Eintrittsgebühr, als sie mir noch ein „could you please put your tire chains on“ mit auf den Weg gab. Mein verwirrter Blick verriet wohl zu viel, denn ohne zu zögern folgte ein: „Do you carry tire chains with you, Sir?“. Fünf Sekunden später hatte ich meine 30 Dollar wieder und befand mich auf dem Rückweg. Wie gesagt: Klugheit ist subjektiv. Aber auch der Philipp lernt immer gerne dazu.

Nach 2 Stunden hatte ich das Tal wieder erreicht. Dort erfuhr ich von Einheimischen, dass es über Nacht einen Schneesturm gegeben habe und darum die Zufahrt zum Park erschwert sei. Also kaufte ich mir ein Ticket für den Bus (mit Schneeketten), welcher mich in 90 Minuten wieder in den Nationalpark brachte. So konnte ich dieses Erlebnis mit vier Stunden Verspätung doch noch geniessen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall, es war traumhaft.

Am nächsten Tag stand dann mit dem Kings Canyon National Park der nächste Nationalpark auf dem Programm. Dieses Mal war ich auf eventuelle Planänderungen gefasst und tatsächlich, ab 1500 Metern fing es heftigst an zu schneien, so dass ich freiwillig umkehrte. Ich frage mich nur, ob die für diesen Schneefall Verantwortlichen eigentlich wissen, dass wir uns hier auf dem Breitengrad von Nordafrika befinden.

So wurde der heutige Mittwoch mehrheitlich im Auto verbracht, welches mich in mehr als 7 Stunden Fahrt bis nach Barstow, eine Stadt im Niemandsland, brachte. Von hier aus werde ich morgen einen kleinen Abstecher nach Nevada machen. Huh, spannend, wohin geht’s wohl?

Geplant ist aus Zeitgründen nur eine Nacht. Finanziell gesehen wohl auch die bestmögliche Entscheidung. Ich hoffe trotzdem, dass ich im nächsten Bericht nur positives (inkl. positiver Zahlen) berichten kann.



San Francisco

10 03 2010

Gemäss eines kürzlich erschienen Artikels des US-Wirtschaftsmagazins Forbes (ja, die machen auch Städte-Rankings) gehört San Francisco zu den zehn schönsten Städten der Welt – ok, Cambridge ist auch aufgelistet, was solls. So waren denn auch die Erwartungen an die Stadt gross und ich buchte gleich vier Nächte, damit auch sicher genügend Zeit bleibt, um alles wichtige und unwichtige zu erkunden.

Gleich nach dem Check-in im Hostel ging es Richtung Stadtzentrum, wo die ersten Cable Cars gesichtet wurden. Eine Fahrt mit der berühmtesten Strassenbahn der Welt konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so fuhr ich als erstes gleich einmal durch die ganze Stadt und zurück – was im Falle von San Francisco aufgrund der extremen Strassensteigungen fast mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen ist. Bereits da wurde sichtbar, dass San Francisco alles andere als eine gewöhnliche Grossstadt ist. Abgesehen von der Umgebung des verhältnismässig kleinen „Financial District“ sind, auch aufgrund topographischer Begebenheiten, kaum Hochhäuser sichtbar, dafür umso mehr kleine, charmante Bauten, welche ein eindrückliches Gesamtbild ergeben.

Begeistert von den ersten Eindrücken folgte am nächsten Tag eine Sightseeing-Tour per Touristenbus, damit man auch ein wenig die Hintergründe der verschiedenen Stadtteile und Gebäude erklärt bekommt. Diese Tour führte u.a. über die Golden Gate Bridge, womit nach der berühmtesten Strassenbahn der Welt auch die bekannteste Brücke der Welt besichtigt wurde. Typischer Touri halt. Am Nachmittag ging es weiter nach San Jose, per Bahn rund eine Stunde von San Francisco entfernt. San Jose ist mit 1 Mio Einwohnern nach Los Angeles die zweitmeist bevölkerte Stadt in Kalifornien (Nr. 10 der USA). “Zufällig” fand dort auch noch ein NHL-Spiel der San Jose Sharks statt und somit war die Frage der Abendunterhaltung auch geklärt.

Am 3. und 4. Tag war dann Chillen (neudeutsch für Entspannen, hat nichts mit Kirche zu tun) in San Francisco angesagt. Die Stadt hat viele Grünflächen und der Golden Gate Park (5 Kilometer lang, ca. 800 Meter breit und 10-15 Millionen Besucher jährlich) ist einer der grössten Stadtparks der Welt, grösser als der berühmte Central Park in New York.  Auch ausserhalb dieses Parks gibt es unzählige schöne Plätze zum Nichtstun, das Wetter war traumhaft und an gewissen Orten fühlte man sich in die Zeit zurückversetzt als die ganze Hippie-Bewegung von San Francisco aus ihren Lauf nahm. Traumhaft.

Erwähnenswert sind auch die „ausländischen“ Stadtteile Little Italy – Cappuccino und dazu ein Tomaten-Mozzarrella-Panini (angereichert mit Salami), was gibt es besseres – Little Vietnam und Chinatown. Die Chinatown in San Francisco ist das älteste Chinesenviertel der USA und mit einer Einwohnerzahl von heute über 100’000 eine der grössten chinesichen Gemeinden ausserhalb Chinas. Von den 800’000 Einwohnern San Franciscos sind knapp ein Drittel asiatischer Abstimmung, ca. 70% davon aus China. Wieso noch nach China gehen, wenn doch San Francisco so nahe liegt? Na, ok, also nicht ganz.

Am Sonntag Morgen klingelte dann Punkt 6.45 Uhr der Wecker, damit während des Frühstücks auch gleich der Live-Ticker des FCL-Matches in Zürich mitverfolgt werden konnte. Oder umgekehrt. Um 9 Uhr durfte ich mein Mietauto in Empfang nehmen, mit welchem ich in den nächsten 10 Tagen Kalifornien befahren werde.

Zuerst wurde aber noch eine letzte Rundtour durch San Francisco gemacht. Als erstes wurde dabei die Lombard Street angesteuert, die angeblich kurvenreichste Strasse der Welt. Der besagte Abschnitt der Strasse ist keine 150 Meter lang und besteht trotzdem aus acht Kurven, das ganze bei einem Gefälle von 27%. Lustig, da mal hinunterzufahren. Noch viel amüsanter ist es, dabei von Hunderten von Touristen fotografiert zu werden. Diese Strasse ist DER Anziehungspunkt der Stadt und soll gemäss meinen Reiseguides nach der Golden Gate Bridge das zweitmeist fotografierte „Objekt“ der ganzen Stadt sein (what about Alcatraz, meine Herren?). Als letztes wurde noch der Coit Tower – angeblich nach einem niederländischen Fussballer benannt – besucht, ein Aussichtsturm, welcher auf einem Hügel erbaut wurde, so dass man einen fantastischen Rundblick über ganz San Francisco geniessen kann. So konnte man die in den letzten vier Tagen besuchten Orte nochmals aus der Vogelperspektive betrachten.

Fazit: Ich bin überwältigt von dieser Stadt und es hätte sicher noch einiges mehr zu sehen gegeben, aber man soll’s ja nicht übertreiben mit den Eindrücken und Ferien sind ja schliesslich auch zum Entspannen da. Dann geh‘ ich lieber noch ein zweites Mal hin. Mit Sicherheit.

Fazit 2: Die Forbes-Leute haben recht.

Das war’s von San Francisco. Kalifornien hat schliesslich noch einiges mehr zu bieten und so geht es als nächstes in die Landeshauptstadt von Kalifornien, nach Sacramento, von wo aus ein Ex-Bodybuilder/Schauspieler/wasauchimmernator diesen Bundesstaat regiert.



Musik und Kaffee

4 03 2010

Seattle ist ja nun nicht unbedingt eine Stadt, die man als absolutes Must-See in einem USA-Reiseführer vorfinden wird. An touristischen Höhepunkten hat die Metropole im Nordwesten der Vereinigten Staaten nicht viel zu bieten (Ausnahme: Space Needle) und so könnte man sagen, dass es eine überaus durchschnittliche Stadt ist, wäre da nicht die geniale Lage. Westlich liegt ein Meeresarm des Pazifiks und dahinter die Olympic Mountains und östlich wird die Stadt vom Lake Washington begrenzt. Somit liegt Seattle quasi auf einer Insel, welche zudem noch überaus grün ist und man hat rundum gute Aussicht. Doch auch diese Aussicht hat man irgendwann gesehen und somit habe ich meine restliche Zeit vor allem mit Musik hören und Kaffee trinken verbracht.

Mit diesen beiden „Aktivitäten“ lag ich in Seattle sicherlich nicht falsch. Musikalisch hat Seattle nämlich einige Grössen hervorgebracht. Der Gitarrengott Jimi Hendrix ist hier geboren, die ganze Grunge-Szene rund um Nirvana und Pearl Jam hatte ebenfalls hier ihren Ursprung und als „The Genius“ Ray Charles Robinson mit seinen jungen 17 Jahren aus Tampa/Florida wegzog, um in eine grössere Stadt umzuziehen, waren ihm Chicago und New York zu gross und er entschied sich für Seattle, von wo aus ihm sein Durchbruch gelang. Was man auf Reisen nicht alles lernt.

Den Durchbruch geschafft hat wohl auch ein Unternehmen, welches es erfolgreich fertig bringt, den Leuten auf der ganzen Welt Kaffee zu astronomischen Preisen zu verkaufen und damit einen Jahresumsatz von ca. 10 Milliarden US-Dollar erzielt. Diese Kaffeehaus-Kette mit dem grünen Logo, welche sogar im kleinen Luzern in der Schweiz bereits drei Filialen betreibt, hat ihren Ursprung ebenfalls in Seattle. Mit einem kleinen, heute noch existierenden, Laden (wurde natürlich fotografiert!) fing hier vor 39 Jahren alles an. Inzwischen gibt es in der Stadt über 130 (!) Filialen und somit ist es ein leichtes, guten Kaffee zu finden; übrigens nur halb so teuer wie in der Schweiz.

Nachdem ich also nun drei Tage Zeit hatte, mich vom Rummel in Vancouver zu erholen, ging es heute per kurzfristig gebuchtem Flug weiter nach Kalifornien, den mit Abstand bevölkerungsreichsten Staat der USA (37 Mio. Einwohner). Mein erstes Ziel ist San Francisco, das „Paris des Westens“ (wer erfindet eigentlich jeweils diese lustigen Übernamen?), wo ich voraussichtlich die nächsten vier Tage bleiben werde. Nachher geht es dann wohl per Mietauto weiter kreuz und quer durch Kalifornien bis nach San Diego, von wo aus ich in zwei Wochen bereits wieder meinen Heimflug starten werde. Aber zuerst mal schauen, was Paris hier im Westen so zu bieten hat. ¡Hasta la próxima!



I’ll call the police!

1 03 2010

Normalerweise ist mit diesen Worten nicht zu spassen. Wenn das ganze in einem fremden Land passiert, und die Drohung von einem Typen stammt, der ca. doppelt so gross und viermal so schwer ist wie man selbst, schon gar nicht. Sofern es sich aber um einen Schwarzmarkthändler handelt, der einem aufgrund Erpressung mit Polizei droht, darf man durchaus auch mal lachen. So geschehen diesen Donnerstag vor dem Vancouver Olympic Centre, in welchem an diesem Tag die Schweizer Curler ihren Halbfinal spielten. Sekunden nach dieser Drohung wechselten des Händlers $108-Ticket und mein $20-Schein den Besitzer. Geht doch. Somit wäre bereits die Frage geklärt, ob ich auch einen Olympia-Event besucht habe. Ich war beim Curling. Kanadier lieben Curling. Zur selben Zeit fand auch der Halbfinal der Kanadier statt und die Halle stand Kopf. Für die Schweizer interessierte sich eigentlich niemand, auch ich nicht wirklich. Immerhin sass genau hinter mir ein Schweizer Nachwuchs-Curler, welcher seiner Mutter jeweils erklärte, was jetzt zu tun ist; so konnte ich trotz der fehlenden Kommentare des Curling-Experten schlechthin, Beni Thurnherr, nachvollziehen, was auf dem Eis vor sich geht. Fazit: Zum Glück war kiwi-jo nicht hier, ansonsten hätten wäre die Halle wohl nach 30 Minuten wieder verlassen.

Curling war aber nicht der erste Sport, welchen ich mir während dieser Olympischen Spiele live vor Ort ansah. Angefangen hat alles am Dienstag, einen Tag nachdem ich in Seattle gelandet bin. Aufgrund der schöneren Strecke entschied ich mich ziemlich spontan dazu anstatt mit dem Bus mit dem Zug nach Kanada zu reisen. Dies hatte, trotz der mit vier Stunden vergleichsweise langen Reisezeit, den Vorteil, dass ich bereits um halb 12 in Vancouver ankommen sollte anstatt erst nachmittags. Mit ein wenig Verspätung erreichten wir nach einer kurzweiligen Zugfahrt (wer sagt denn, man könne mit Amerikanern nicht über Politik diskutieren?!) Vancouver und die ersten Pechvögel waren schnell ausgemacht. Drei Girls im Zug, welche Tickets für das Eishockey-Spiel Schweiz-Weissrussland hatten, welches aber leider bei Ankunft schon voll im Gange war (tja, immer diese Verspätungen). Ob sie wenigstens noch ein Drittel gesehen haben, ist nicht bekannt. Ich begab mich in die erstbeste Bar, um dort erst Carlo Jankas Goldmedaille und dann den Viertelfinal-Einzug der Schweizer Eishockey-Männer-Nationalmannschaft zu feiern. Später spielte auch Kanada und mir wurde langsam klar was Eishockey für dieses Volk hier bedeutet. Wenn man nicht mindestens eine Stunde vor Spielbeginn seinen Platz in einer der zahlreichen Bars gesichert hatte, wurde es schwierig, noch irgendwo reinzukommen. Getragen von der Euphorie besuchte ich bereits am selben Abend das Eishockey-Spiel zwischen der Slowakei und Norwegen. Die Ticket-Mafia – die Leute sehen überall auf der Welt wirklich gleich aus – erkannte man bereits aus 200 Metern Abstand und aufgrund der massenhaft vorhandenen Tickets war es, ganz im Sinne meiner alten Schwarzmarkt-Weisheit „zahle nie zuviel, rein kommst du immer“, ein leichtes, ein Ticket zu ergattern. Zu diesem Zeitpunkt waren auch schon Tickets für den Viertelfinal Schweiz-USA im Umlauf, unter $400 pro Ticket ging jedoch nichts. Angesichts dessen, dass Angebot und Nachfrage hier in einem immensen Angebotsüberhang ausarteten, ein Witz, auch wenn die Tickets im Original bereits bis zu $300 kosteten.

Erwartungsgemäss bewegten sich die Ticketpreise am nächsten Tag von Minute zu Minute Richtung Süden, je näher das Spiel kam. Dieses – nicht überraschende – Phänomen war auch bei allen anderen Hockey-Spielen ohne kanadische Beteiligung, sowie bei jeglichen anderen Events (siehe Curling oben), festzustellen. So konnte ich nebst dem Viertelfinal USA-Schweiz auch noch den Viertelfinal Finnland-Tschechien sowie den kleinen Final der Frauen zwischen Finnland und Schweden, für welchen Original-Tickets über $200 kosteten – ja, $200 für Frauen-Hockey – besuchen. Dieses Spiel war das perfekte, um die Grenzen des Marktes auszuloten. Alleine der Gesichtsausdruck dieses Bastards, als ich ihm mein Münz für sein $210-Ticket in die Hand drückte, war jeden einzelnen der vierzehn Dollar wert.

Nach den vier Hockey-Spielen und dem Curling-Tag wäre Freitag nachmittags eigentlich Sightseeing vorgesehen gewesen. Wie bereits die ganze Woche regnete es jedoch auch an diesem Tag ununterbrochen und so verbrachte ich mehr oder weniger den ganzen Tag vor dem TV in meiner Stammkneipe (ist das eigentlich schlimm, wenn man nach vier Tagen bereits „Stammkneipe“ schreibt?). Nachdem Kanada am Abend den Einzug in den Hockey-Final geschafft hatte, war dann in der Stadt erneut die Hölle los. Vergleichbar wohl, wenn man in Rom wäre und Italien soeben Fussball-Weltmeister wird. Nur mit den beiden Unterschieden, dass das zweite in den nächsten zweihundert Jahren mit Sicherheit nie geschehen wird und dass das Gehupe im Falle von Vancouver die ganze Nacht andauerte. Eigentlich war das ganze wie Fasnacht (Motto: Kanada), nur viel schlimmer. Aufgrund dieser Feierlichkeiten und meines angeschlagenen Gesundheitszustandes in Kombination mit dem beschissenen Wetter (viele Gründe, ich weiss) fiel die Reise ins 2 1/2 Stunden entfernte Whistler zum Herren-Slalom der Alpinen am nächsten Morgen aus. Das Rennen wurde wie üblich in der Bar verfolgt und am Nachmittag gings zum Shoppen.

Vor dem Abschied aus Kanada hatte ich dann noch eine schwierige Entscheidung zu treffen. Wann soll ich Vancouver am Sonntag verlassen? Morgens um sechs und den Final des Jahrhunderts Kanada-USA in den USA verfolgen oder erst zwei Stunden nach dem Final, um wenigstens noch ein wenig von dem riesigen Volksfest mitzubekommen? Die Variante Finalbesuch im Stadion stand erst auch noch zur Auswahl, wurde aber nach langem Überlegen aus budgettechnischen Gründen (Ticketpreise bis zu $20’000 pro Ticket) nicht in Betracht gezogen. Schlussendlich war es also wie so oft ein Herz-gegen-Verstand-Entscheid und komischerweise gewann dieses Mal der Verstand. So bin ich heute morgen um sechs in den Zug gestiegen und befinde mich nun auf dem Weg zurück nach Seattle. Der Final beginnt eine Stunde nach geplanter Ankunft, ich hoffe die Verspätung hält sich dieses Mal in Grenzen und falls nicht, will ich zumindest die Overtime sehen, in welcher Kanada der entscheidende Treffer gelingen wird.



und weiter geht’s!

23 02 2010

90. Minute im Spiel FC Luzern – AC Bellinzona. Das Heimteam führt mit 2:1. Der 4. Schiedsrichter an der Linie zeigt vier zusätzliche Minuten Spielzeit an und als die Matchuhr auf 90:00 springt, beginne ich mit meiner Stoppuhr die effektiv gespielte Nachspielzeit festzuhalten. Als ich das Gefühl habe, dass die vier Minuten bald um sein müssten, konsultiere ich meine Uhr. 1:40 gespielt. Verdammte Nachspielzeit. Auch durch das ewige Nachfragen der Leute neben mir verbessert sich die Sache nicht. Im Gegenteil. Wie mir kluge Köpfe nämlich mitteilen, geht es gefühlsmässig umso länger, je mehr man nachschaut. Aha.

Da sich diese Szene erst ca. 18 Stunden vor meinem neuerlichen Abflug abspielte, hätte mir diese Tatsache während meines heutigen Fluges von Zürich nach Washington eigentlich präsent sein müssen. Trotzdem konnte ich es nicht lassen, alle geschätzte 10 Minuten auf die Uhr zu blicken, um festzustellen, dass wieder nur zehn statt 60 Minuten vergangen sind; umso ärgerlicher, dass der 4-Stunden-Schlaf auch keine 30 Minuten dauerte. Man lerne: Im Flugzeug verhält es sich manchmal wie mit der Nachspielzeit – nur noch schlimmer, insbesondere wenn man das Leid mit niemandem teilen kann. So war Flug Nr. 16 seit meinem Reisestart wohl der anstrengendste Flug. Zum Glück konnte ich mich vorher zu Hause zehn Tage erholen.

Das Schöne an der Geschichte ist jedoch, dass ich 17 Stunden nach meinem Abflug in Zürich doch noch an meinem (vorläufigen) Ziel gelandet bin: Seattle. Dies vor allem dank der Tatsache, dass der oben erwähnte erste Flug tatsächlich 55 Minuten (!) zu früh in Washington landete. So erwischte ich trotz knapp 2 1/2 Stunden Wartezeit am Zoll (danke, liebe Amerikaner) im letzten (und ich meine im allerletzten!) Moment noch meinen Anschlussflug. Der war dann so, wie eigentlich alle Flüge sein müssten: Einsteigen, einschlafen und knappe 5 Stunden später von den netten Worten, dass man in wenigen Minuten lande, wieder geweckt werden. Perfekt. 

Vorerst bleibt nun aber wenig Zeit die Metropole im Nordwesten der USA zu erkunden. Denn wenn alles planmässig verläuft, werde ich bereits Morgen Dienstag mit dem Zug nach Kanada weiterreisen und bei den Schweizer Olympioniken in Vancouver nach dem Rechten schauen. Es ist mir zu Ohren gekommen, dass Patrick Küng in seiner Paradedisziplin dringendst Unterstützung braucht. Here I am! Ob es allerdings auch zum Besuch einer Sportveranstaltung reicht, weiss ich selbst noch nicht. Ansonsten gibt es sicher auch sonst einiges zu sehen in der angeblich schönsten Stadt Nordamerikas und der lebenswertesten Stadt weltweit. Na, wenn das mal keine Referenz ist.

Nach den ersten Eindrücken von Vancouver wird es sicherlich wieder ein Blog-Update geben. Bis dahin rate ich euch, ab und zu mal die Olympischen Spiele im TV zu verfolgen und wer weiss, vielleicht taucht bei den Zuschauern ja plötzlich ein bekanntes Gesicht auf.



Regen? Ich bin dann mal weg…

7 02 2010

Die letzten Tage vom Abenteuer Australien/Neuseeland sind nun also angebrochen und seit unserer Rueckkehr aus dem Land mit dem neuen See sind wir ganz schoen angepisst. Und dies im woertlichen Sinne. Regen, Regen, nix als Regen. Die Strandbesuche an der Gold Coast sowie auch am Bondi Beach mussten bereits gecancelt werden, stattdessen muessen Alternativen gesucht werden. So wollte man sich gestern Freitag wieder ein bisschen Fussball goennen, fand doch in Gosford (90 Zugminuten von Sydney entfernt) ein Spiel der A-League, der hoechsten australischen Liga, statt. Spontan fuhr man also dahin um am Bahnhof mit der Durchsage: „Todays game at Bluetongue Stadium has been cancelled.“ begruesst zu werden. Nett. Als man dann die Wassermassen rund ums Stadion sah, war der Entscheid nicht mehr ganz unverstaendlich. Tja, die ganze Strecke noch einmal. Aber sehen wir’s positiv: Drei Stunden im Pub waeren sicher teurer gewesen als 12 Dollar pro Person.

Eigentlich haetten ja die letzten Tage noch fuer die Ferienbraeune genutzt werden muessen. Wird wohl nix. So werden wohl auch die letzten drei Tage grossmehrheitlich mit Pubbesuchen oder aehnlichem verbracht, hauptsache irgendwo drinnen. Das naechste Update hier gibt’s dann nach meiner Rueckkehr (bitte beachten, dass es fasnachtstechnische Verzoegerungen geben kann), vorerst mal so viel => am 22.02. geht’s weiter und zwar weeeeeeeeeeit in den Westen.



Vom A…. der Welt in die Traumstadt Australiens

30 01 2010

Invercargill – eine Stadt, welche in etwa so schoen ist wie ein Meistertitel des FC Basel. Dort habe ich meinen letzten Blogartikel verfasst. Am naechsten Tag haben wir die suedlichste „Stadt“ – darf sich ein Kaff, dessen Strassen wochentags bereits um 6 Uhr abends ausgestorben sind, ueberhaupt Stadt nennen? – Neuseelands bereits wieder verlassen. Zuvor machten wir jedoch noch einen Abstecher ins Rugby Park Stadium, welches die Heimat der Southland Stags ist, dem Rugby Union Team dieser Region. Dies waere an sich nichts besonderes, haette Southland nicht im Oktober 2009 den Ranfurly Shield gewonnen, die bedeutendste Trophaee im neuseelaendischen Rugby. Diese war seit 50 Jahren nicht mehr im Besitz von Southland und dementsprechend gross war und ist der Stolz, dass man im Besitze des Shieldes ist. Auf gut Glueck ging man also zum Stadion, wo ein Einzeltraining stattfand. Der Trainer ahnte wohl warum wir hier sind und fragte sofort ob wir den Shield besichtigen wollen. Wir bejahten natuerlich und er fuehrte uns in die Geschaeftsstelle, in der, so schien es, der Praesident mit irgendeinem Spielervermittler Verhandlungen durchfuehrte und auch sonst alle ziemlich beschaeftigt waren. So  war es ein leichtes, den Shield zu entfuehren um im Stadion die obligatorischen Fotos zu machen, ehe wir mit einem „this must be a great day for you“ wieder herzlichst verabschiedet wurden.

Via Dunedin, einer gemuetlichen Stadt an der Ostkueste, an der man leider nur einmal uebernachten konnte, ging es dann weiter nach Christchurch. Dies ist die groesste Stadt der Suedinsel und von hier aus startete auch unser Flug zurueck nach Australien. Nach 2650 Kilometern auf der Suedinsel hiess es auch Abschied nehmen von unserem inzwischen geliebten Toyota Platz. Bei der Innenreinigung des Autos wurde dann auch erstmals entdeckt, dass das Ding sogar einen DVD-Player installiert gehabt haette. Tja.

Christchurch wurde dann nicht mehr allzu gross besichtigt und Freitag morgens um 3 Uhr war dann auch schon wieder Tagwache, da man spaetestens um 4 am Flughafen sein wollte.  Um 7 Uhr morgens hiess es dann „Welcome to Sydney“. Wir waren zurueck in Australien. Nach einem vierstuendigem Aufenthalt flogen wir weiter nach Coolangatta an der Gold Coast, von wo aus es nach Brisbane ging.

Brissie City – alte Erinnerungen dringen in mein Gedaechtnis. Und ja, Brisbane ist definitiv immer noch eine Traumstadt. Die alten Locations wurden teilweise schon gecheckt und der S*it rockt immer noch as hell. Die Bars schliessen immer noch morgens um fuenf, der Afterdrink-Drink im Casino waere wohl immer noch moeglich (vielleicht erfahre ich das morgen frueh, aber nach 29 Stunden auf den Beinen musste einfach Schluss sein) und die Stadt ist immer noch 24 Stunden bevoelkert. Alles wie frueher. Da ich die knapp 4 Tage hier moeglichst gut ausnuetzen moechte, wird auch dieser Beitrag nicht mehr laenger. Am Montag geht es dann weiter zu Mia nach Miami, wo wir wohl 3-4 Tage die Straende checken werden, bevor wir dann irgendwann wieder zurueck nach Sydney gehen, von wo wir am Mittwoch, 10.02. nach Hause fliegen werden.



Some more impressions

26 01 2010

die letzten 6 Tage: 

 



Abschied nehmen x 2

25 01 2010

Die Zeit vergeht schnell in Neuseeland. In 4 Tagen heisst es bereits wieder Abschied nehmen von diesem wunderbaren Land, welches landschaftlich einen grossartigen Kontrast zu Australien bildet. Zuvor hiess es jedoch bereits gestern Sonntag das erste Mal Abschied nehmen; naemlich von Lopper-Yilmaz-Paeddy und von Steve „im Huus“ Stoeckli. Da beide bereits diese Woche die Rueckreise von Australien in die Schweiz antreten, verabschiedeten sie sich vorzeitig von uns und machten sich auf Richtung Christchurch. Nun sind also Jonas Lutz und ich zu zweit unterwegs und weniger lustig wird es dabei bestimmt nicht werden.

Zuerst haben wir uns aber zu viert noch etwas vergnuegt. Den Tag nach dem Besuch des Abel Tasman National Parks verbrachten wir am Golden Bay und Wharariki Beach ganz im Nordwesten der Suedinsel. Einfach traumhaft (siehe letztes Foto des letzten Eintrages). Danach folgte eine lange Fahrt durch duenn besiedeltes Gebiet bevor wir bei unserer naechsten Station waren – dem Franz Josef Gletscher. Das Eis war zwar ganz schoen imposant, doch wage ich mal zu behaupten, dass es in der Schweiz einige schoenere Gletscher gibt. Die verwoehnten Schweizer immer. Von den Bergen ging es weiter zum Lake Wanaka, einem der vielen Seen in Neuseeland. Obwohl die Strecke knapp 300 km war, wohnten dazwischen wohl kaum 1000 Leute. Soviel zum Thema duenn besiedelt. Aufgrund des Wetters wurde die geplante Kajak-Tour leider nicht durchgefuehrt. Die letzten Tage zu viert verbrachten wir dann in der Adventure-Hauptstadt von Neuseeland, in Queenstown. Unglaublich was man dort alles machen kann. Nebst dem obligatorischen Minigolf (hab ich irgendwo „Adventure“ geschrieben?), stand z.B. auch Luge fahren auf dem Programm. Und dann? Bungee-Jumping, Jetboat fahren, Skydiven? Nee. Am Abend ging es (zumindest fuer drei von uns)  gemuetlich zum Tee trinken. Morgens um vier noch ein Cordon-Bleu reinspachteln und Queenstown waere auch abgehakt.

Gestern also haben die beiden Nicht-Obwaldner ihr neues Mietauto abgeholt, welches sie nach Christchurch bringen sollte. Angesichts der Tatsache, dass die Anzahl gefahrener Kilometer dieses Autos bei  knapp 306000 liegt, koennte dies noch ein witziges Unterfangen werden. Wir wuenschen euch viel Glueck, Jungs. Seht’s mal positiv: Jegliche Retro-Freaks waeren froh heute noch ein Auto mit Kassettendeck auf dem Markt zu finden. Aber ja, eigentlich ist es ja fehl am Platz ueber alte Autos zu spotten, wenn das eigene Auto daheim den Abgastest nicht mehr besteht. Traurig, aber wahr.

Zurueck zum Thema, denn ein absolutes Highlight stand heute auf dem Programm. Milford Sound im Fiordland National Park. Milford Sound ist ein Fjord an der Westkueste Neuseelands, welches wir heute Morgen mit einem Boot befahren durften. Angeblich die meistbesuchte Touristenattraktion Neuseelands. Kein Wunder, denn die ganze Landschaft ist schlichtwegs weltklasse und da wir das frueheste aller Boote (frueh aufstehen ist im Fall gar nicht so schwer, auch montags nicht…) gebucht hatten, war ausser uns praktisch niemand auf See. Genial und bis jetzt wohl mein Highlight auf der Suedinsel. Nach dem Schifflifahren ging unsere Reise weiter nach Invercargill, der suedlichsten Stadt Neuseelands, wo wir uns jetzt befinden. Mal schauen, was diese Stadt zu bieten hat. Angeblich nicht allzu viel oder noch weniger…