San Francisco
10 03 2010Gemäss eines kürzlich erschienen Artikels des US-Wirtschaftsmagazins Forbes (ja, die machen auch Städte-Rankings) gehört San Francisco zu den zehn schönsten Städten der Welt – ok, Cambridge ist auch aufgelistet, was solls. So waren denn auch die Erwartungen an die Stadt gross und ich buchte gleich vier Nächte, damit auch sicher genügend Zeit bleibt, um alles wichtige und unwichtige zu erkunden.
Gleich nach dem Check-in im Hostel ging es Richtung Stadtzentrum, wo die ersten Cable Cars gesichtet wurden. Eine Fahrt mit der berühmtesten Strassenbahn der Welt konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und so fuhr ich als erstes gleich einmal durch die ganze Stadt und zurück – was im Falle von San Francisco aufgrund der extremen Strassensteigungen fast mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen ist. Bereits da wurde sichtbar, dass San Francisco alles andere als eine gewöhnliche Grossstadt ist. Abgesehen von der Umgebung des verhältnismässig kleinen „Financial District“ sind, auch aufgrund topographischer Begebenheiten, kaum Hochhäuser sichtbar, dafür umso mehr kleine, charmante Bauten, welche ein eindrückliches Gesamtbild ergeben.
Begeistert von den ersten Eindrücken folgte am nächsten Tag eine Sightseeing-Tour per Touristenbus, damit man auch ein wenig die Hintergründe der verschiedenen Stadtteile und Gebäude erklärt bekommt. Diese Tour führte u.a. über die Golden Gate Bridge, womit nach der berühmtesten Strassenbahn der Welt auch die bekannteste Brücke der Welt besichtigt wurde. Typischer Touri halt. Am Nachmittag ging es weiter nach San Jose, per Bahn rund eine Stunde von San Francisco entfernt. San Jose ist mit 1 Mio Einwohnern nach Los Angeles die zweitmeist bevölkerte Stadt in Kalifornien (Nr. 10 der USA). “Zufällig” fand dort auch noch ein NHL-Spiel der San Jose Sharks statt und somit war die Frage der Abendunterhaltung auch geklärt.
Am 3. und 4. Tag war dann Chillen (neudeutsch für Entspannen, hat nichts mit Kirche zu tun) in San Francisco angesagt. Die Stadt hat viele Grünflächen und der Golden Gate Park (5 Kilometer lang, ca. 800 Meter breit und 10-15 Millionen Besucher jährlich) ist einer der grössten Stadtparks der Welt, grösser als der berühmte Central Park in New York. Auch ausserhalb dieses Parks gibt es unzählige schöne Plätze zum Nichtstun, das Wetter war traumhaft und an gewissen Orten fühlte man sich in die Zeit zurückversetzt als die ganze Hippie-Bewegung von San Francisco aus ihren Lauf nahm. Traumhaft.
Erwähnenswert sind auch die „ausländischen“ Stadtteile Little Italy – Cappuccino und dazu ein Tomaten-Mozzarrella-Panini (angereichert mit Salami), was gibt es besseres – Little Vietnam und Chinatown. Die Chinatown in San Francisco ist das älteste Chinesenviertel der USA und mit einer Einwohnerzahl von heute über 100’000 eine der grössten chinesichen Gemeinden ausserhalb Chinas. Von den 800’000 Einwohnern San Franciscos sind knapp ein Drittel asiatischer Abstimmung, ca. 70% davon aus China. Wieso noch nach China gehen, wenn doch San Francisco so nahe liegt? Na, ok, also nicht ganz.
Am Sonntag Morgen klingelte dann Punkt 6.45 Uhr der Wecker, damit während des Frühstücks auch gleich der Live-Ticker des FCL-Matches in Zürich mitverfolgt werden konnte. Oder umgekehrt. Um 9 Uhr durfte ich mein Mietauto in Empfang nehmen, mit welchem ich in den nächsten 10 Tagen Kalifornien befahren werde.
Zuerst wurde aber noch eine letzte Rundtour durch San Francisco gemacht. Als erstes wurde dabei die Lombard Street angesteuert, die angeblich kurvenreichste Strasse der Welt. Der besagte Abschnitt der Strasse ist keine 150 Meter lang und besteht trotzdem aus acht Kurven, das ganze bei einem Gefälle von 27%. Lustig, da mal hinunterzufahren. Noch viel amüsanter ist es, dabei von Hunderten von Touristen fotografiert zu werden. Diese Strasse ist DER Anziehungspunkt der Stadt und soll gemäss meinen Reiseguides nach der Golden Gate Bridge das zweitmeist fotografierte „Objekt“ der ganzen Stadt sein (what about Alcatraz, meine Herren?). Als letztes wurde noch der Coit Tower – angeblich nach einem niederländischen Fussballer benannt – besucht, ein Aussichtsturm, welcher auf einem Hügel erbaut wurde, so dass man einen fantastischen Rundblick über ganz San Francisco geniessen kann. So konnte man die in den letzten vier Tagen besuchten Orte nochmals aus der Vogelperspektive betrachten.
Fazit: Ich bin überwältigt von dieser Stadt und es hätte sicher noch einiges mehr zu sehen gegeben, aber man soll’s ja nicht übertreiben mit den Eindrücken und Ferien sind ja schliesslich auch zum Entspannen da. Dann geh‘ ich lieber noch ein zweites Mal hin. Mit Sicherheit.
Fazit 2: Die Forbes-Leute haben recht.
Das war’s von San Francisco. Kalifornien hat schliesslich noch einiges mehr zu bieten und so geht es als nächstes in die Landeshauptstadt von Kalifornien, nach Sacramento, von wo aus ein Ex-Bodybuilder/Schauspieler/wasauchimmernator diesen Bundesstaat regiert.
mhhh… ich freu mich und wüsche dir noch viiiele tolle Erlebnisse. Bis bald mit hoffentlich vielen Insider-Tipp’s 😉
„….Chillen (neudeutsch für Entspannen, hat nichts mit Kirche zu tun)“
priceless, lmfao