Musik und Kaffee

4 03 2010

Seattle ist ja nun nicht unbedingt eine Stadt, die man als absolutes Must-See in einem USA-Reiseführer vorfinden wird. An touristischen Höhepunkten hat die Metropole im Nordwesten der Vereinigten Staaten nicht viel zu bieten (Ausnahme: Space Needle) und so könnte man sagen, dass es eine überaus durchschnittliche Stadt ist, wäre da nicht die geniale Lage. Westlich liegt ein Meeresarm des Pazifiks und dahinter die Olympic Mountains und östlich wird die Stadt vom Lake Washington begrenzt. Somit liegt Seattle quasi auf einer Insel, welche zudem noch überaus grün ist und man hat rundum gute Aussicht. Doch auch diese Aussicht hat man irgendwann gesehen und somit habe ich meine restliche Zeit vor allem mit Musik hören und Kaffee trinken verbracht.

Mit diesen beiden „Aktivitäten“ lag ich in Seattle sicherlich nicht falsch. Musikalisch hat Seattle nämlich einige Grössen hervorgebracht. Der Gitarrengott Jimi Hendrix ist hier geboren, die ganze Grunge-Szene rund um Nirvana und Pearl Jam hatte ebenfalls hier ihren Ursprung und als „The Genius“ Ray Charles Robinson mit seinen jungen 17 Jahren aus Tampa/Florida wegzog, um in eine grössere Stadt umzuziehen, waren ihm Chicago und New York zu gross und er entschied sich für Seattle, von wo aus ihm sein Durchbruch gelang. Was man auf Reisen nicht alles lernt.

Den Durchbruch geschafft hat wohl auch ein Unternehmen, welches es erfolgreich fertig bringt, den Leuten auf der ganzen Welt Kaffee zu astronomischen Preisen zu verkaufen und damit einen Jahresumsatz von ca. 10 Milliarden US-Dollar erzielt. Diese Kaffeehaus-Kette mit dem grünen Logo, welche sogar im kleinen Luzern in der Schweiz bereits drei Filialen betreibt, hat ihren Ursprung ebenfalls in Seattle. Mit einem kleinen, heute noch existierenden, Laden (wurde natürlich fotografiert!) fing hier vor 39 Jahren alles an. Inzwischen gibt es in der Stadt über 130 (!) Filialen und somit ist es ein leichtes, guten Kaffee zu finden; übrigens nur halb so teuer wie in der Schweiz.

Nachdem ich also nun drei Tage Zeit hatte, mich vom Rummel in Vancouver zu erholen, ging es heute per kurzfristig gebuchtem Flug weiter nach Kalifornien, den mit Abstand bevölkerungsreichsten Staat der USA (37 Mio. Einwohner). Mein erstes Ziel ist San Francisco, das „Paris des Westens“ (wer erfindet eigentlich jeweils diese lustigen Übernamen?), wo ich voraussichtlich die nächsten vier Tage bleiben werde. Nachher geht es dann wohl per Mietauto weiter kreuz und quer durch Kalifornien bis nach San Diego, von wo aus ich in zwei Wochen bereits wieder meinen Heimflug starten werde. Aber zuerst mal schauen, was Paris hier im Westen so zu bieten hat. ¡Hasta la próxima!



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